Aber auch der Klagenfurter Harald Genser war mit den für ihn erfreulichen zweiten Rang merklich zufrieden. Der dekorierte Fidemeister und „ewige“ Klagenfurter-Spieler verdankte seine beste Platzierung in der neuen Ära des „Kärntner Schachsommers“ vor allem seinem starken Finish mit 2,5-Zählern. Allerdings war es ihm bereits gelungen das kleinere Turnier in Ferndorf „mindestens einmal, wenn nicht sogar zweimal zu gewinnen“. Das alles passierte so um das Jahr 1996 herum. Rang drei ging an den slowenischen U18-Jugendstaatsmeister Jernej Spalir, auch sehr verdient. Das freute freilich auch Franz Kraßnitzer, weil Jernej ungeschlagen blieb und zudem eine verlässliche Bank in der Liga für seinen Verein Schachmaty Ruden ist. Die drei restlichen Preisränge gingen an die Spieler Matej Kersic (6, Slo), David Wertjanz (5,5) und Milan Laube (5, Tch). David Wertjanz rackerte um Endstelle fünf, verzeichnete statistisch aber danach sein bislang bestes Einzelresultat. Der 3-fache Jugendstaatsmeister war somit um einen Rang besser als in St. Veit. Heimo Töfferl, Wolfsberg, gewann souverän die „S60-Klasse“ der Senioren mit seiner guten Schlussplatzierung sieben und fünf erreichten Punkten; der Sieg in der Unter-2000-Wertung ging an Artur Sommer, übrigens auch praktizierender „Brett-Schachmatyker“. Sommers persönliches Turnier-Highlight war sicherlich der schöne Erfolg gegen FM Ljubarskij (Ger).
Wohl selten zuvor knisterte es in einem Turnier so vor Spannung wie diesmal im B. Satte fünf Protagonisten (je 5,5) mit Leader Huber, seinen punktegleichen Verfolgern Di Vora, Hribernig, Andreas Guetz und Wieser kämpften in der allerletzten Partie – teilweise auch direkt – um Rang eins. Der war immerhin mit satten 400 Euro dotiert, reduziert etwas mit der Anwendung des Hortsystems bei Punktegleichheit. Sodass man ihnen durchaus Anspannung unterstellen darf, macht man das an einer objektiven Stellungsbeurteilung formal fest. Als erster resignierte Di Vora gegen Hribernig, wurde ein „Opfer“ seines forschen Angriffsspiels. Dann kam wohl Guetz durch, besiegte den bislang souverän agierenden „Oldie“ Hans Wedam, von den Klagenfurtern. Huber, mit der klar besten Zweitwertung ausgestattet, benötigte somit einen Sieg über Daniel Knapp. Der stellte sich bei ihm auch ein, nachdem sich der St. Veit-Spieler verkalkulierte, keine ausreichende Kompensation am Brett für seine Minusfigur mehr Nachweisen konnte. Ein Wort zu B-Sieger Mario Huber: Der „Steirer“ hat seinen Lebensmittelpunkt vor einem halben Jahr nach Wolfsberg verlegt, wird die Ligamannschaft SGS Hypo Wolfsberg mit der neuen Saison wohl noch schlagkräftiger machen. Sein Sieg war verdient, weil er ungeschlagen bleiben konnte, so wie übrigens auch der starke Vierte, Gerald Wieser, vom Schachverein SV Asvö St. Veit. Beste Dame in diesem Feld wurde Hannah Sommer (9.), unmittelbar vor der slowenischen Studentin Vesna Ogriz, und einer starken Renate Leitner, die als 15. finalisieren unter den insgesamt 29 konnte. Prämiert wurde Hannah allerdings nicht dafür, sondern mit dem Kategoriesieg der Unter-16-Wertung, ein Detail was nicht nur den „Sommerclan“ freute, sondern auch die Konkurrenz.
Milena schaffte acht Siege en suite, dominierte damit das Geschehen wie nur selten ein „Kind“ zuvor. Freilich fehlten der 13-jährigen Gymnasiastin etwas die Gegner, obgleich ihre ersten Verfolger und weitere glückliche Podestinhaber, mit Leon Löscher (Feffernitz) und Paul Kogler (Maria Saal), durchaus schon mit passabler Brettsubstanz aufwarten konnten. Das war’s für Milena, sie wird sich jetzt aus der „Kinderszene“ verabschieden und wohl auch im „Erwachsenschach“ einigermaßen versuchen sich zu profilieren. Rang vier ging an Lukas Eberhart, darüber hat sich auch Klaus Wernig, vom Gastgeberverein VST Völkermarkt Gojer, gefreut. Wernigs Jugendtruppe kann sich mit sieben Kindern sehen lassen, wohl auch ein Jungbrunnen für den aktiven starken Schachsenior selbst.
Das allgemeine Resümee war sehr positiv, zumal die Stadtgemeinde Völkermarkt als Partner für die anstehende 10. Jubiläumsauflage bereits ihre Zusage erteilte. Das Duo Helga Stangl (Schiedsrichterin) und Franz Kraßnitzer zeichneten – wie immer – für einen perfekten Ablauf, mussten, glaube ich, nur zweimal eine Entscheidung fällen oder Infoarbeit leisten. Kraßnitzer selbst: „Mich hat es gefreut, dass meine Schachmaty-Spieler so erfolgreich waren.“ Zu den bereits erwähnten kamen noch Gerhard Maierhofer und Maria Krassnitzer dazu. Kärntens Schachpräsident Friedrich Knapp vertrat die zu den ASKÖ-Meisterschaften (Duo Wertjanz, Kurt Petschar) abreisende Stangl am Schlusstag als Schiedsrichter. Zudem gestalteten Turnierorganisator Kraßnitzer, Knapp und der sympathische Vertreter der Stadt Völkermarkt, Mag. Peter Wedenig, Vorsitzender des Sportausschusses, diese Siegerehrung mit ihren zahlreichen Preisen.
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